Echte Tradition: das Steckenpferdreiten Osnabrücker Viertklässler

Kinder reiten mit selbstgebastelten Steckenpferden über die Rathaustreppe

Seit 1953 erinnert die Stadt Osnabrück mit dem Steckenpferdreiten an die Verkündung des Westfälischen Friedens am 25. Oktober 1648 von der Treppe des Rathauses. Zur Erinnerung an dieses historische Ereignis, mit dem der 30-jährige Krieg endete, feiert die Stadt alljährlich den Friedenstag, an dem die Viertklässlerinnen und Viertklässler der Grund- und Förderschulen auf selbstgebastelten Steckenpferden und geschmückt mit farbigen Hüten durch die Innenstadt zum Markt ziehen.

Traditionsgemäß läuft der Umzug durch die Innenstadt bis zur Rathaustreppe, wo die Kinder Brezeln von der Oberbürgermeisterin und Helferinnen und Helfern entgegennehmen. Die Kinder versammeln sich dann auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. Dort erwartet die Schülerinnen und Schüler das bunte Programm mit Feuerjonglage, Theaterperformance „Der Streit der Farben“ in den Fenstern des Rathauses und gemeinsames Singen mit Entertainer Stephan Rodefeld und den Rock´n´Royals. Den Abschluss bildet in diesem Jahr eine Lichtinszenierung. Das Projektbüro im Fachbereich Kultur ist wieder für die Organisation und Planung der jährlichen Veranstaltung zuständig.

Bildergalerie 2025

Das Steckenpferdreiten

Wer in einer Osnabrücker Schule in die vierte Klasse geht, der kennt es: dass man im Herbst dem Steckenpferdreiten entgegenfiebert. Lehrer bereiten die Schüler auf das besondere Ereignis am Friedenstag vor, erzählen etwas über den Hintergrund des Geschehens. Hausmeister geben Tipps, wie man sich am besten aus Holz, Wolle oder einer alten Socke ein schönes Steckenpferd zusammenbastelt.

Und dann ist es so weit: Alle Viertklässler der Stadt treffen sich im Oktober mit ihren Steckenpferden zu einem Umzug durch die Stadt, der sie zum Platz vor dem Rathaus führt. Dort bekommt alle Teilnehmer auf der Rathaustreppe vom Oberbürgermeister persönlich eine süße Brezel überreicht. Dann wird gemeinsam gesungen: „Wir Reiter zieh’n durch Osnabrück“ heißt es im Refrain des Steckenpferdliedes. Zum Schluss wird der Platz vor dem Rathaus von einem Feuerwerk erleuchtet.

Das Steckenpferdreiten geht auf eine alte Tradition zurück. Eigentlich liegt ihm ein historisches Ereignis zugrunde, dass 1650 in Nürnberg stattgefunden hat. Zwei emsländische Dichterinnen verlagerten das Geschehen jedoch 1875 nach Osnabrück. 1948 ritten dann zum Gedenken an die Verkündung des Westfälischen Friedens zum ersten Mal Osnabrücker Kinder über die Rathaustreppe. So wird einmal im Jahr spielerisch ein Zeichen für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben gesetzt.

Und in manchem Osnabrücker Haushalt steht noch heute ein selbst gebasteltes Steckenpferd, das an den Friedenstag erinnert, den man früher selbst einmal miterlebt hat.

Projektblätter für Grundschulen*

* von Jana Cordes und Silke Grade für die Stadt Osnabrück

Ausmalbilder für Grundschulen**

** von Talal Nayer für die Stadt Osnabrück gefördert durch die Landschaft des ehemaligen Fürstentums Osnabrück

Musik-Downloads Steckenpferdlieder

Steckenpferdsong „Schüttelversion“ © Stephan Rodefeld (Download .mp3)
Steckenpferdlied musiziert von Schülern der Montessori-Schule Osnabrück (Download .mp3)

Kontakt

Anke Bramlage
Leitung - Projektbüro Kultur

Telefon: 0541 323-4211
Fax: 0541 323-154211
bramlagenoSpam@osnabruecknoSpam.de

Projektbüro im Fachbereich Kultur
Marienstraße 5/6
49074 Osnabrück