Die Friedensgespräche

KI und Robotik in der Pflege: Podiumsdiskussion am 29. November

Welche Chancen, Risiken und Perspektiven bietet die Nutzung von KI und Robotik in der Pflege? Darüber diskutieren renommierte Expertinnen und Experten am Dienstag, 29. November, um 19 Uhr in der Osnabrücker Schlossaula (Neuer Graben 29). Die Veranstaltung der Osnabrücker Friedensgespräche unter dem Titel „KI und Robotik in der Pflege: Humanisierung oder Entmenschlichung?“ findet in Kooperation mit dem Gesundheitscampus Osnabrück statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Auf dem Podium diskutieren Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, Mitglied des Deutschen Ethikrates, Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Pflegewissenschaftler am Institut für Gesundheitsforschung und Bildung der Universität Osnabrück, Sven Schumacher, Vorsitzender des Niedersächsischen Evangelischen Verbands für Altenhilfe und Pflege (NEVAP) und Prof. Dr. Ipke Wachsmuth, Forscher auf den Gebieten der Künstlichen Intelligenz und der Kognitionswissenschaft am Bielefelder Center for Cognitive Interaction Technology (CITEC). Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Susanne Boshammer, Universität Osnabrück.

Die Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik als die Technologie der Zukunft wird unsere Gesellschaft und Arbeitswelt nachhaltig verändern. Insbesondere im Bereich der Pflege, der seit langem von einem – durch die Corona-Pandemie noch verstärkten – Notstand geprägt und mit enormen Herausforderungen konfrontiert ist, birgt die digitale Transformation großes Potenzial. Gleichzeitig existieren aber auch viele Vorbehalte und Ängste. Wichtige medizinethische wie Universität und auch juristische Fragen werden mit dem Einsatz von KI und technischen Artefakten aufgeworfen.

Wie kann die Zukunft der Pflege aussehen und welche Chancen, aber auch Grenzen bietet der Einsatz von KI? Können technologische Errungenschaften wie Pflegeroboter eine Antwort auf den wachsenden Pflegekräftemangel in Zeiten des demografischen Wandels sein? Sind sie die Lösung, um den Pflegekräften Freiraum für soziale Interaktion zu schaffen oder verringern sie den menschlichen emotionalen Kontakt zu den Patientinnen und Patienten? Gewährleisten Algorithmen eine gerechtere Versorgung unabhängig von Herkunft und sozialem Stand? Wie kann der Schutz der Privatsphäre gelingen angesichts der Gefahr einer Kommerzialisierung gesundheitsbezogener Daten? Diesen und weiteren Fragen widmen sich die Podiumsgäste bei der Veranstaltung.

Die Osnabrücker Friedensgespräche thematisieren aktuelle politische, gesellschaftliche und kulturelle Konflikte und damit wichtige Fragen der Friedensförderung und Friedenserhaltung. Seit 1986 wird die öffentliche Veranstaltungsreihe gemeinsam von der Universität und der Stadt Osnabrück organisiert und trägt als Forum des konstruktiven Meinungsaustauschs, der Reflexion und des Dialogs zur gelebten Friedenskultur in Osnabrück bei.

Hintergrund

2016 referierte Vitali Klitschko über die Ukraine als „Land in der Zerreißprobe“. Ein Jahr später diskutierte Frank Walter Steinmeier über Lösungsmodelle für die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten. Später stand die Frage zur Debatte, ob die Demokratie sich selbst Raum für Populismus schafft. In der Regel sechs Mal im Jahr treffen sich Politiker, Wissenschaftler, Journalisten sowie Persönlichkeiten aus Kultur und Religion in Osnabrück, um über Probleme unserer globalisierten Welt zu debattieren. Vor allem Fragen zur Friedensförderung und Friedenserhaltung stehen im Fokus. Der Name des Forums: die Osnabrücker Friedensgespräche.

Seit der Geburtsstunde im Jahr 1986 entwickelten sich die Friedensgespräche zu einem Veranstaltungsformat, das dem Auftrag Osnabrücks als Friedensstadt in besonderer Art gerecht wird. Die Runde, die in Kooperation von Stadt und Universität ins historische Rathaus oder Osnabrücker Schloss eingeladen wird, sorgt in der Regel über die Grenzen der Region hinaus für viel mediale Aufmerksamkeit. Aktuelle Konflikte in der Welt werden, wenn möglich im Rahmen kurzfristig organisierter Sonderveranstaltungen thematisiert.

In enger Verbindung mit den Friedensgesprächen wurde 1993 eine Konzertreihe aus der Taufe gehoben, die das Thema Frieden aus musikalischen Perspektiven beleuchtet: "musica pro pace". Es werden Kompositionen zur Aufführung gebracht, in denen das Verderben des Krieges und die Sehnsucht des Menschen nach Frieden musikalisch zum Ausdruck gebracht werden.

Dr. Rainer Herrmann (links), Frankfurter Allgemeine Zeitung, im viel beachteten Gespräch mit Frank-Walter Steinmeier. Foto: Hermann Pentermann
Dr. Rainer Herrmann (links), Frankfurter Allgemeine Zeitung, im viel beachteten Gespräch mit Frank-Walter Steinmeier. Foto: Hermann Pentermann