Was hat es mit dem Jubiläum im Jahr 2023 auf sich?

Jubiläum 2023

„Weltwunder gibt es auch in Osnabrück“. Der venezianische Gesandte Alvise Contarini fand schon 1648 kein kleineres Wort für den Westfälischen Frieden. Immerhin ist es den Gesandten in Osnabrück und Münster gelungen, drei komplexe Konflikte (territorial, verfassungsrechtlich und religiös) in Europa zu lösen und damit nach 30 Jahren einen für die Bevölkerung zermürbenden Krieg zu beenden.

2023 jährt sich der Westfälische Friedensschluss zum 375. Mal. Damals entstand die Idee, Europa als Friedensbund zu sehen. Auch wenn diese Idee fast 400 Jahre alt ist, ist sie so aktuell wie eh und je. Es ist nicht gelungen, dauerhaft Frieden in der Welt und Europa zu bewahren. Der Krieg in der Ukraine ist leider nur eines von aktuellen Beispielen.

In Osnabrück ist bereits vor der Verkündigung des Westfälischen Friedens am 25. Oktober 1648 etwas Großartiges geschehen: Ehemalige Kriegsgegner reichten sich die Hand und vertrauten einander. Am 6. August 1648 bestätigten die Vertragsparteien in Osnabrück mit Handschlag, dass sie an dem ausformulierten Text, der den Dreißigjährigen Krieg beenden sollte, nichts mehr verändern würden. Als „Osnabrücker Handschlag“ ging diese Versicherung zwischen dem Kaiser, den deutschen Fürsten und Schweden in die Geschichte ein. Anschließend wurde der Vertrag in Münster unterschrieben und am 25. Oktober in Osnabrück verkündet.

1998 wurde das Jubiläum 350 Jahre Westfälischer Friede mit einem Treffen von 20 Staatsoberhäuptern gefeiert. 25 Jahre später stehen das Thema Zukunft und die Ideen der Jugend im Mittelpunkt. Die ganze Stadt soll sich beteiligen können.

Das Programm wird zeigen, was wir heute vom Westfälischen Frieden lernen können, und wie Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft bei Konfliktlösungen ineinandergreifen. Mit einer Vielzahl an regional wie international ausgerichteten Formaten, wie Kongressen, Gesprächsreihen, Bürgerprojekten, Seminaren, Kulturveranstaltungen, Ausstellungen, Projekten von und für Jugendliche, Installationen, Konzerten, internationalem Austausch entsteht das Gesamtprogramm.

Das Programm im Jubiläumsjahr 2023 entfaltet sich als Saison von sieben Monaten Laufzeit, in denen aktuelle Friedensfragen gestaffelt in sieben thematischen Kapiteln behandelt werden.


Natur und Umwelt

Die Auseinandersetzung um Ressourcen ist eines der zentralen Konfliktfelder der Gegenwart und Zukunft. Im April startet das Jubiläumsprogramm deshalb mit dem Thema Natur und Umwelt als elementare Friedensgrundlage. Welche Auswirkungen hat der Umgang mit Natur und Ressourcen auf das friedliche Zusammenleben? Was fordern wir für die Zukunft?

Historische Dimension und Perspektive

Das zentrale Anliegen des Jubiläumsjahres ist es, einen Bogen zwischen Historischem, Gegenwärtigem und Zukünftigem zu spannen. Lassen Sie uns im Mai gemeinsam reflektieren: Welche Schlüsse können wir aus dem historischen Friedensschluss von 1648 auf heute und morgen ziehen? Was können wir vom Westfälischen Frieden lernen?

Glaube und Religion

Glaube und Religion können eine Grundlage von Frieden sein aber auch der Ursprung von kriegerischen Konflikten und Gewalt. Im Juni wollen wir gemeinsam innehalten und die komplexen Zusammenhänge religiöser Traditionen betrachten: Welchen Beitrag können Glaube und Religion zu gegenwärtigen und zukünftigen Friedensfragen leisten? Welche Verantwortung haben sie?

Begegnung und Dialog

Das 21. Jahrhundert bietet unzählige Möglichkeiten der Kommunikation. Zugleich scheint es immer schwieriger geworden zu sein, einander zu begegnen und miteinander zu sprechen. Im Juli möchten wir deshalb Räume schaffen für Dialog, die zentrale Grundlage für demokratisches Handeln. Wie können wir uns trotz aller Unterschiedlichkeiten aufeinander einlassen und einander begegnen?

Europäischer Frieden

Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine überschatten Europa und verschärfen bereits gegenwärtige Konflikte um Ressourcen und Einflusssphären auf der ganzen Welt. Im August möchten wir deshalb ein klares Zeichen für die Relevanz von internationalem Dialog und Zusammenhalt setzen. Was sind die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben? Wie können wir trotz unterschiedlicher Positionen zusammenstehen und friedvoll debattieren? Wie ist die Position der Europäischen Union als Friedensunion?

Engagement und Widerstand

Frieden ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Auf der ganzen Welt leisten zivile Akteurinnen und Akteure auf ihre Weise Widerstand und damit einen besonderen Beitrag zum Frieden. Im September möchten wir dieses zivile Engagement sichtbarmachen und gemeinsam die individuelle Verantwortung für ein friedvolles Miteinander reflektieren. Wie können wir uns alle für Frieden engagieren?

Zukunft

Natur und Umwelt, Geschichte, Glaube und Religion, Dialog und Begegnung, Europäischer Frieden, Engagement und Widerstand: Im Oktober wollen wir diese zentralen Friedensthemen zusammenfassen und das Jubiläumsjahr mit einem Blick in die Zukunft beenden: Was fordert die Zukunft von allen Generationen? Wie können wir Frieden neudenken und die Zukunft aktiv gestalten?

Sie möchten mehr über den historischen Friedensschluss von 1648 erfahren? Hier bekommen Sie weitere Informationen.

Zum Westfälischen Frieden

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